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July 1, 2022

Wie setzt man eigentlich einen VC Fond auf? Einblicke von Bettine Schmitz von auxxo

Wie setzt man eigentlich einen VC Fond auf? Einblicke von Bettine Schmitz von auxxo

Für viele Startups ist ein Investment essentiell – doch wie geht man in der aktuellen Situation mit den Fonds um? Bettine Schmitz von auxxo erklärt im Podcast wie es ist einen neuen Fond aufzulegen, warum auxxo nur in Female Founded Startups investiert und wir sprechen darüber, was wir tun können, um mehr Frauen zum Gründen zu animieren.

Warum habt ihr euch dazu entschieden, einen Fonds zu machen?
Wie ist euer Resümee für auxxo nach den ersten drei Jahren?
Wie baut man Marke für einen neuen Fonds auf?
Was ist aktuell für Fonds relevant?
Wieso legt auxxo den Fokus auf Female Founded Startups?

Die Kapitel:
01:23 Wie nehmt ihr die aktuelle Zeit wahr?
04:29 Ist Gelassenheit der richtige Weg?
05:44 Wie wählt ihr eure Deals aus?
09:08 Warum man hinter seinem Thema stehen sollte
10:40 Alles über die Deals von auxxo
12:31 Gute Investments?
15:13 Positionierung mit Fokus auf Female Founder
18:53 Rückblick auf die letzten 3 Jahre: Was ist gut/besser/schlechter?
23:12 Zusammenspiel Investorinnen - Gründerinnen
24:44 Mehr Frauen in MINT = mehr female Leadership?
30:14 Ohne Facetten keine Auswahl
32:46 Fehler & Scheitern
34:38 Was gibst du Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg?

BETTINE SCHMITZ
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bettineschmitz/
Auxxo: https://www.auxxo.de/ 

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„Ich hoffe, dass die nächsten Unicorns weiblich sein werden.“

Die Investorin Bettine Schmitz über ihren Female Catalyst Fund, den Mythos der Perfektion und warum sie Gründern empfiehlt, so oft wie möglich auf die Fresse zu fallen: 

Nach einem Mathematikstudium am renommierten Imperial College London sowie einer Karriere bei Axel Springer und OC&C hat Bettine Schmitz gemeinsam mit Gesa Miczaika und Fabiola Hochkirchen den Female Catalyst Fund “Auxxo” gegründet. 

„Es gibt drei Sachen, die wir gut finden: Erstens investieren wir nur in Start-ups, bei denen mindestens eine Gründerin dabei ist. Zweitens legen wir Wert auf healthy Cashflows. Drittens muss es was Sinnvolles sein“, fasst die Gründerin die Investmentkriterien ihres Fonds zusammen. 

„Wir müssen die Sachen halt richtig geil finden“, fügt Bettine Schmitz hinzu: „Es gibt viele Themen, die man zu 80 Prozent toll findet, wo aber die letzten 20 Prozent fehlen.“ 

Auf die Frage, warum sie sich entschieden hat, nur in Teams mit mindestens einer Frau im Founding Team zu investieren, antwortet die Auxxo-Gründerin wie folgt: 

„Wir glauben, dass Gründerinnen ein guter Markt sind. Es gibt viele Datenpunkte, die zeigen, dass weibliche Teams gut performen. Kriegsentscheidend für einen Fond ist allerdings, ob du Zugang hast. Wir haben mit Female Foundern eine Nische gefunden, die wir vielversprechend finden. Darüber hinaus haben wir einen super Access zu dieser Nische.“ 

Ihrer Meinung nach hat sich in den drei Jahren seit der Gründung von Auxxo viel getan: Während ein auf Gründerinnen fokussierter VC-Fund anfangs noch mit einigem Unverständnis begrüßt wurde, hat sich die Stimmung im Markt inzwischen gedreht. Dies liegt zum Teil daran, dass es inzwischen Zahlen gibt, die zeigen, dass weibliche Gründer gut performen. 

“Es hat sich Dank #metoo und #blacklivesmatter extrem viel getan. Außerdem gibt es inzwischen anständige Zahlen zu Gründerinnen.”, erklärt die Unternehmerin: “Ich hoffe, dass die nächsten Unicorns weiblich sein werden.” 

Obwohl es inzwischen eine Vielzahl von weiblichen Foundern gibt und diese inzwischen auch mehr Aufmerksamkeit erhalten, muss noch ein weiter Weg zurückgelegt werden, bevor wir von einer wahren Geschlechtergleichheit in der Start-up-Szene sprechen können: 


„Es ist ein Zusammenspiel. Gründerinnen und Investorinnen müssen als Vorbilder dienen. Wenn wir mehr Investorinnen haben, werden wir auch mehr Gründerinnen haben“, meint die Investorin. 

Allerdings ist es damit noch lange nicht getan. Man müsse einen Schritt früher ansetzen und Frauen schon im jungen Alter dazu motivieren, in die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik vorzustoßen: 

„Ich war immer sehr MINT-Affin“, erklärt Bettine Schmitz: „Allerdings hat das viel mit Mut und Selbstbewusstsein zu tun. Meine persönliche Hypothese ist folgende:  Der MINT-Bereich hat sehr viel mit Experiment zu tun. Uns wird als Mädchen eher eingetrichtert, dass wir perfekt sein müssen. Aber Experimente leben vom Scheitern. Wenn Frauen weiterhin auf Perfektion getrimmt werden und nicht aufs Scheitern, dann wird sich das nicht verbessern.“

Überhaupt ist Perfektion ihrer Meinung nach der größte Feind der Innovation. Denn nur wenn man sich traut, zu scheitern, kann man auch Großes erreichen: 

„Wir als Frauen müssen aufhören so zu tun, als wären unsere Handlungen und unsere Gedanken perfekt. Meine Lieblingsgeschichte zum Thema Scheitern ist die Spanx-Gründerin Sara Blakely. Deren Vater hat sie angeblich beim Abendessen jeden Tag gefragt, woran sie an diesem Tag besonders gut gescheitert sei.“ 

 

Im Sinne des Muts zur Imperfektion, hat Bettine Schmitz keine pauschale Antwort auf die Frage parat, warum es nach wie vor zu wenige Frauen in Führungspositionen gibt: 

„Eigentlich sollte inzwischen bereits Geschlechtergleichheit in der Start-up-Szene herrschen.  Ich habe also keine gute Antwort für dich. Vielleicht liegt es daran, dass Männer immer noch dazu tendieren, eher anderen Männern was zuzutrauen und diese auch mehr herausfordern.” Trotzdem ist mangelnder Mut keinesfalls ein Thema, das nur Frauen betrifft: “ Ich wünsche mir, dass alle Menschen sich mehr trauen, gegenseitig herausfordern und auch mehr zutrauen“, fügt die Unternehmerin hinzu. Trotzdem könne man den erforderlichen Mindset-Shift nicht den Männern überlassen: „Es müsste auch mehr Frauen geben, die sagen: Try and Fail!“ 

Es ist allgemein bekannt, dass so gut wie jeder erfolgreiche Mensch auch mehrfach gescheitert ist. Trotzdem machen viele Menschen nach wie vor den Fehler, Erfolg mit Perfektion gleichzustellen. In Wahrheit sind erfolgreiche Menschen nämliche alles andere als perfekt. Im Rahmen des Fundraisings für den Fonds hat die Bettine Schmitz mit einigen der erfolgreichsten Frauen im Business gesprochen. Dabei hat sie gelernt, dass auch diese bei weitem nicht unserer Idee von Perfektion entsprechen: 

„Es hat mich total überrascht, wie unperfekt die sind. Damit meine ich, dass sie weit weg von dem waren, was ich vor zehn Jahren im Kopf hatte, wenn ich mir eine erfolgreiche Geschäftsfrau vorgestellt habe. Die perfekte Businessfrau existiert nicht. Das Schöne an erfolgreichen Menschen ist, dass so sind wie sie sind.“ 

 

Grundsätzlich wünscht sich die Investorin, dass sowohl Frauen als auch Männer mutiger werden. 

„Gute Gründerinnen und Investoren müssen für immer weiterlernen. Das kannst du nur, indem du hinfällst. Trau dich also, immer wieder auf die Fresse zu fallen. Tu es, wenn möglich unter Beibehaltung deiner Werte, aber fall am besten immer wieder auf die Fresse“, lautet der abschließende Rat der Unternehmerin. 

Neugierig geworden? Wenn ihr mehr über Auxxo erfahren und von weiteren Erfahrungswerten  der Investorin profitieren wollt, dann hört rein in den Podcast…