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Sept. 16, 2022

Red & Green Flags für Angel Investoren, Investoren Kaltakquise & Auswirkungen der Inflation auf Startups – Podcaster & Angel Investor Philipp Klöckner

Red & Green Flags für Angel Investoren, Investoren Kaltakquise & Auswirkungen der Inflation auf Startups  – Podcaster & Angel Investor Philipp Klöckner

Philipp Klöckner hat durch seine Arbeit den Rundumblick: Als Business Angel investiert er in Firmen wie Gorillas, OWWN und einige mehr. In seiner beratenden Tätigkeit für Private Equity Unternehmen wie KKR, hat er den Blick hinter die Kulissen und in seiner Tätigkeit als Podcaster (Doppelgänger Tech Talk) analysiert er Aktien bis ins letzte Detail.

Die Kapitel:
01:20 Rückblick auf die Doppelgänger Tech Talk-Zeit
03:04 Vor- und Nachteile durch den Podcast
05:02 Werden Podcaster nicht ernst genommen?
07:12 Wonach wählst du Themen aus?
09:58 Der Spagat zum Angel Investor
12:25 Ab welcher Stage im Startup muss ich Zahlen liefern?
15:41 Auf welche Punkte und Red Flags achtest du als Investor?
17:22 Kalte Ansprache an Investoren
19:58 Was reizt dich an Deals?
22:38 Berlin Mitte ist kein relevanter Case
26:21 Bedingungsloses Grundeinkommen = mehr Gründer?
33:07 Sind nur Unicorns gute Companies?
35:33 Macht der VTGF Sinn oder ist das nur Augenwischerei?
42:45 Wie betrifft die Inflation Startups?
46:04 Preisweitergabe auch im eCommerce?
48:52 Bei welchem Thema hast du eine konträre Meinung und warum?
53:37 Welche Rolle spielen Kryptowährungen für dich?


„Es ist unwahrscheinlich, dass die Mehrheit richtig liegt.“

Der Investor, Berater und Podcast-Host Philipp Klöckner über das bedingungslose Grundeinkommen und warum die Deutschen die schlechtesten Geldanleger der Welt sind

Philipp Klöckner gibt nicht nur im Rahmen seines „Doppelgänger Tech Talk“ Podcasts, sondern auch auf Twitter & Co regelmäßig seine Meinung zu den Themen unserer Zeit kund. Aber die Medienlandschaft ist nicht der einzige Ort, an dem der Philipp Klöckner kräftig mitmischt: Unter anderem war und ist der Unternehmer bei Axel Springer, Rocket Internet, OWWN, GetYourGuide und seit neuestem HomeToGo involviert.

„Das Ziel unseres Podcasts besteht darin, eine sekundäre Reichweite zu bekommen. Es geht nicht nur darum, wie viele Menschen sich den Podcast anhören, sondern wer es hört und darüber spricht“, meint Philipp Klöckner: „Eigentlich versuchen wir einfach einen Podcast zu machen, der auch für uns interessant wäre. Gute Themen bedürfen immer einer gewissen Tiefe. Unsere Edge liegt in der Analyse. Wir verbreiten differenzierte und kontroverse Statements zu Firmen, die entweder nicht genug Sonnenlicht bekommen oder over-hyped sind.“  

Tatsächlich hat der Experte inzwischen mit über 24 000 Twitter-Followern eine große Reichweite. 

„Ich würde mir möglichst wenig wünschen, einen Personenkult, um mich als Menschen aufzubauen. Trotzdem möchte ich, dass meine Stimme gehört wird“, reflektiert der Investor und Berater in Hinblick auf seinen rasant wachsenden Bekanntheitsgrad. Gleichzeitig hat gerade seine Erfahrung in der Medienlandschaft unserer Zeit zu einer gesunden Grundskepsis gegenüber allem, was er hört, sieht und liest beigetragen:  

„Da die Medien zur Übertreibung neigen, neige ich zu einer gewissen Skepsis gegenüber dem, was über andere Menschen geschrieben wird. Wenn du zwanzig Jahre lang mit den Medien und Blick hinter den Kulissen arbeitest, weißt du, wie News gemacht und Narrative gebaut werden. Da gewöhnt man sich eine gewisse Art von Zynismus an“, meint der Tech-Experte: „Ich weiß, wie Schlagzeilen gemacht werden. Früher dachte ich, dass ich jemand bin, der das Glas immer halb leer sieht. Wahrscheinlich habe ich mir aber einfach eine gewisse Grundskepsis angeeignet und versuche immer, die nicht-offensichtliche Seite zu finden.“ 

Dies ist auch der Grund, warum er zu den meisten Themen eine konträre Meinung pflegt: 

„Es ist unwahrscheinlich, dass die Mehrheit richtig liegt“, bemerkt der Tech-Experte trocken: „Die Mehrheit ist nicht besonders schlau. Warum sollten ausgerechnet die richtig liegen?“

Denn obwohl der Informationsfluss in Zeiten von Web 2.0 und im Prozess des Übergangs zu Web 3.0 immer demokratischer zu werden scheint, ist dies seiner Meinung nach nicht der Fall: 

„Ich glaube nicht an den Longtail. Im Gegenteil: Die Dinge werden nun viel stärker konzentriert. Durch Algorithmen hören wir alle die gleichen Songs, lesen die gleichen Bücher und hören dieselben Podcasts. Ich bin aus diesem Grund, was Web 3.0 angeht, relativ skeptisch.“ 

Auch wenn es in der heutigen Zeit zunehmend schwieriger wird, Zukunftsprognosen zu machen, investiert er selbst gerne in Gründer „die einen Plan haben“: 

„Natürlich kann man später einen Pivot machen. Trotzdem will ich am Anfang relativ klar wissen, dass der Gründer oder die Gründerin eine Vision hat. Außerdem sollten die Gründer 100% committed sein. Es gibt sehr wenige Fälle von erfolgreichen Teilzeitgründern.“

Um die Innovation in Deutschland zu fördern, zieht er auch unkonventionelle Wege in Betracht. So hält er beispielsweise ein bedingungsloses Grundeinkommen für einen möglichen Weg, um sowohl die Wirtschaft als auch die Innovation anzukurbeln: 

„Wir wissen nicht, was die Leute tun würden, wenn sie sich die Arbeit aussuchen könnten, auf die sie Lust haben. Das ist vielleicht nicht wirtschaftlich das spannendste, aber das gesündeste. Ich finde es sinnvoll, das herauszufinden. Gleichzeitig sollte man sich fragen, wie man das finanzieren soll. Wenn wir, um ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen, die Mittelschicht stärker belasten, würde das zu einer noch größeren Unzufriedenheit führen.“

Eventuell wäre eine Erbschaftssteuer eine mögliche Alternative: 

„Man sollte stutzig werden, wenn man merkt, dass fast alle Milliardäre unserer Welt für das bedingungslose Grundeinkommen sind. Das liegt daran, dass das zusätzliche Geld in den Konsum gesteckt werden würde. Wenn ich jedem 1000 oder 2000 Euro in die Hand gebe, wird das zu mehr Nachfrage und mehr Inflation führen. Davon profitieren zuallererst die reichsten Menschen der Welt. Gleichzeitig wissen Jeff Besos & Co genau, dass sie sich überhaupt nicht dran beteiligen müssten. Ich bin absolut dagegen, die Staatsquote noch weiter zu erhöhen, um das Geld umzuverteilen. Besonders der Erwerb und die Arbeit würden dadurch unattraktiver werden. “ 

 Trotz der derzeitigen „Krisensituation“ im Markt ist der Unternehmer allerdings überzeugt, dass eigentlich genug Geld für innovative Projekte da ist:  

„Die richtige Idee wird fast immer schnell Geld finden“, ist sich der Investor sicher: „Das Problem liegt eher darin, dass wir zu wenig Firmen bauen, die solche Investments verdienen.“ 

Gleichzeitig findet er, dass Deutschland, was das Thema Geldanlage angeht, noch viel nachzuholen hat: 

„Makroökonomisch ist das viel größere Problem, dass die Deutschen die schlechtesten Geldanleger der Welt sind. Wir lassen das Geld am Konto liegen oder stecken es in Immobilien, anstatt in Innovation. In Kanada und den USA übernehmen Pensionsfonds einen großen Teil der Late-Stage-Finanzierung von Start-ups.“

Was die Zukunft unserer Welt angeht, lautet seine Prognose, dass die technologische Weiterentwicklung vor allem in den Städten rasanter voranschreiten wird als wir uns derzeit vorstellen können: 

„Menschen in Großstädten werden Zugang zu ganz anderen Technologien haben. Rein technologisch wird es zwischen großen Städten und ländlichen Regionen eine riesige Kluft geben.“

Ihr wollt mehr über die Zukunft unserer Welt, das Voranschreiten der Technologie und Philipp Klöckners Sicht auf die Medienlandschaft erfahren? 

Wenn ihr wissen wollt, warum der Podcast-Host zu fast allen Themen eine konträre Meinung hat und worauf er als Investor besonders großen Wert legt, dann hört rein in den Podcast…