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July 8, 2022

57 Mio-schwer & schwer erfolgreich: Mondus Weg an die Spitze der B2B-Zahlungsanbieter - Malte Huffmann, Mondu

57 Mio-schwer & schwer erfolgreich: Mondus Weg an die Spitze der B2B-Zahlungsanbieter - Malte Huffmann, Mondu

Gesamt mehr 50+ Millionen Dollar eingesammelt und ein Wachstum um mal eben 100 Mitarbeiter in 8 Monaten – das ist Mondu. Malte Huffmann gewährt Einblicke in ein Zahlungs-Business, das den Markt nicht neu erfindet und dennoch dutzende Menschen im B2B begeistert: Weil sie es besser machen als andere.

- Was macht Mondu anders als die Konkurrenz?
- Wie startet man in Südamerika ein neues Leben & Business?
- Was sind die Herausforderungen bei einer derart schnellen Skalierung?
- Was waren die Breaking Points Richtung Profitabilität?

Die Kapitel:
00:57 Was macht Mondu & was macht ihr besser als andere?
02:23 Was ist deine Motivation & wie bist du in venture gerutscht?
04:41 Wie war das, ohne den gewohnten Rahmen zu gründen?
07:41 Neustart im Ausland: Wie sind deine Erfahrungen?
09:39 Wie erreicht man Erfolg mit allem, was man anfasst?
10:39 Hattet ihr in irgendeinem Moment Zweifel?
13:23 Was waren die wichtigsten Breaking-Points Richtung Profitabilität?
15:57 Welchen Vorteil hat eine Marke?
19:07 Wie baut ihr Präsenz auf, um Markenbildung passieren zu lassen?
20:41 Welche Marketing-Strategie fahrt ihr?
21:36 Wie ist euer Fokus & wie ist der Unterschied zu Unternehmensaufbau im Ausland?
24:24 Macht ihr euch Sorgen um den B2C-Markt oder betrifft euch das gar nicht so sehr?
26:38 Unterschied Zahlungsvorgänge B2B und B2C
29:12 Wie schafft man es, so schnell zu skalieren?
33:58 Worauf achtet ihr beim Hiring?
36:46 Wie sieht's aus beim Thema Humbleness?
38:07 Habt ihr in der kurzen Zeit Fehler gemacht?
40:45 Welchen Rat gibst du oft, der dich selbst herausfordert?
41:35 Was würdest du gerne an der Startup-Szene verändern?
42:23 Welches Buch empfiehlst du Gründer:innen und warum?
43:21 Welche drei Eigenschaften sollten deine Kinder haben?
44:39 Erfolg darf auch Spaß machen

MALTE HUFFMANN
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/malte-huffmann-1771b528/?locale=pt_BR 
Mondu: https://www.mondu.ai/


“Wenn man es rational betrachtet, ist das Risiko bei vielen Entscheidungen nicht so groß“

Dafiti und Mondu Gründer Malte Huffmann über Risiko, Demut und die Unterschiede zwischen B2B und B2C 

Nach einer Karriere bei der BCG entschied sich der in damals siebenundzwanzigjährige Malte Huffmann kurzerhand, nach Brasilien zu ziehen und dort die E-Commerce-Plattform “Dafiti” zu gründen. 

„Mein Mitgründer Filip ist ein in Deutschland groß gewordener Brasilianer. 2010 haben alle über die BRICS Länder und besonders über Brasilien gesprochen. Brasilien hatte damals ein Wirtschaftswachstum von 7,5 %. Es war also wirklich die absolute Blütezeit“, begründet der Jungunternehmer die Entscheidung: „Außerdem fanden wir das Geschäftsmodell von Zalando superspannend und wollten es nach Brasilien bringen.“ 

Besonders große Angst vor dem großen Schritt habe er damals nicht gehabt: 

„Ich habe mir damals gedacht, ich bin 27 und habe nichts zu verlieren. Wenn es mir nicht gefällt, gehe ich halt wieder zurück“, erklärt der Mehrfach-Gründer und Investor. Dank der Venture-Capital Firma Rocket Internet sei es ihm damals auch möglich gewesen, das Projekt zu finanzieren:  

„Es war damals sehr verlockend für mich, meinen sicheren Job zu verlassen, um ein Unternehmen zu leiten und dabei trotzdem operative Unterstützung und auch Funding zu erhalten.“ 

Zum Thema Risiko hat der Gründer ein entspanntes Verhältnis: 

„Wenn man es rational betrachtet, ist das Risiko bei vielen Entscheidungen nicht so groß.“

Trotzdem sei die Unternehmensgründung nicht ohne seine Höhen und Tiefen verlaufen: 

„Natürlich haben wir auch schwierige Zeiten durchgemacht“, reflektiert Malte Huffmann: „Als wir 2010 nach Brasilien gegangen sind, lag das Wirtschaftswachstum bei 7,5 Prozent. Danach kam aber ein wirtschaftlicher Downturn. Zeitgleich hat sich auch um 2014 herum das Investmentsentiment gegenüber E-Commerce komplett gedreht. Wir mussten also von einer Hypergrowth-Strategie auf Profitabilität umschwenken.“ 

Im Nachhinein betrachtet hatten genau diese Schwierigkeiten auch ihr Gutes: 

„Wir haben im Endeffekt ein sehr gesundes, profitables Unternehmen gebaut. Außerdem haben wir sehr viel darüber gelernt, auf welche Themen man sich fokussieren muss, um ein rentables Business aufzubauen. Es ist sehr wichtig zu verstehen, welche Hebel man braucht, um ein profitables Business aufzubauen.“

Die etwas gemäßigtere, aber dafür langfristig rentable Strategie ist aufgegangen: Inzwischen ist Dafiti zu einem Unternehmen mit über 3000 Mitarbeitern, einem GDV von 700 Millionen USD (2020) sowie 8 Millionen Kunden angewachsen. 

Trotzdem entschied sich Malte Huffmann nach zehn Jahren in Brasilien nach Deutschland zurückzukehren und dort ein zweites Unternehmen zu gründen. Und so kam es im August 2021 zur Gründung von „Mondu“, einem Fintech-Start-up, dass sich auf ein „Buy-Now-Pay-Later“ Zahlungssystem für den B2B-Markt fokussiert hat. 

„Rechnungen gibt es schon seit 5000 vor Christus“, erklärt der Gründer die Geschäftsidee mit anderen Worten: „Wir versuchen dieses Konzept in die Onlinewelt zu bringen.“

Auch sein zweites Start-up ist schnell gewachsen: Mondu zählt acht Monate nach der Gründung bereits über 100 Mitarbeiter. Darüber hinaus landete das Start-up kürzlich mit einer Fundingrunde von 43 Millionen USD in den Schlagzeilen. 

Trotzdem lautet sein Rat an andere Gründer, bei allem Hype, den die Start-up-Szene mitunter mit sich bringt, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren: 

„Wir könnten alle ein bisschen bescheidener sein. Man sollte sich ruhig in der Wirtschaft und der Welt umsehen, um sich dort ein wenig Inspiration einholen. Wir sollten nicht zu sehr in unserer Bubble bleiben. Auch wir kochen nur mit Wasser.“

Ansonsten legt er anderen Gründern nahe, den Kunden auf keinen Fall aus den Augen zu verlieren: 

„Das wichtigste ist, sich im Klaren darüber zu sein, an welchen Kunden man sein Produkt oder sein Service verkauft und was dessen Bedürfnisse sind. Egal ob B2B oder B2C: Das Kundenverständnis ist essenziell.“

Auch innerhalb des Unternehmens liegt sein Fokus ganz klar auf den Menschen. Hierbei sei das richtige Hiring  ein besonders wichtiger Faktor: 

„Man muss die richtigen Menschen dabeihaben. Ich selbst achte beim Hiring darauf, Menschen ins Team zu holen, die wie Entrepreneurs denken. Außerdem möchte ich Leute im Team haben, die immer weiter lernen wollen.“ 

Auch er selbst versucht sich stetig weiterzubilden. Vor allem die Bücher „Build To Last” von Jim Collins und “Working Backwards” von Colin Bryar und Bill Carr haben ihn nachhaltig beeinflusst: 

„Filip und ich lesen sehr gerne Management-Literatur. In unserer Onboardingpräsentation haben wir sogar eine Seite mit Buchempfehlungen für unsere Mitarbeiter. Einige Bücher haben wir auch in dreifacher Ausführung in unserer Minibibliothek für Mitarbeiter zur Verfügung gestellt.“

Nicht zuletzt möchte er andere Gründer vor allem ermutigen, im Zweifel einmal tief durchzuatmen: 


„Wenn du dir das größere Bild ansiehst, sieht alles oft ganz anders aus.“

Der bodenständige Jungunternehmer Malte Huffmann ist momentan dabei, sein zweites Start-up in die Zukunft zu führen. Wenn ihr erfahren wollt, warum die Expansion in Europa um einiges leichter ist als in Südamerika oder was für Unterschiede es zwischen B2B und B2C-Marketing gibt, dann hört rein in den Podcast…