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June 24, 2022

Was musst du als Gründer aktuell beim Fundraising beachten? – Jan Karnath, Timeless Investments

Was musst du als Gründer aktuell beim Fundraising beachten? – Jan Karnath, Timeless Investments

Timeless Investments ermöglicht, ab einem Invest von 50 Euro, Anteile an einzigartigen und limitierten Assets, wie seltenen Sneakern, Uhren oder Luxusautos zu kaufen. 

Jan und Fabian sprechen über den Umgang mit einem “Down-Turn”, einen Einblick in die VC-Arbeit während einer Krise und Tipps für dein Fundraising in der aktuellen Situation.

Welche Hindernisse musst du beim Thema Fundraising aktuell meistern?
Wie wichtig ist jetzt dein Durchhaltevermögen als Gründer? Und was brauchst du dafür? 
Wie hat sich die Arbeit der VCs heute, im Vergleich zu vor zwei Jahren verändert?

Die Kapitel: 
00:48 Wie ist in der aktuellen Situation die Position der alternativen Assets?
06:13 Was bereitet euch bei Assets Sorgen?
08:32 Was waren die größten Einstiegsbarrieren für euch? + Tipps
12:13 Warum geht ihr auf den digital twin?
14:23 Welche Unterschiede stellst du zwischen der ersten Fundraising Runde und heute fest?
18:41 Worauf muss man sich aktuell beim Fundraising einstellen?
23:04 Wie stellst du euren Runway sicher und wann ist Krise eine Chance?
30:25 Verhältnis der VCs zu den Gründern/Unterstützung in der Krise
32:10 Wie die einzelnen Stages Pre-Seed und Seed etc. betroffen sind
34:54 Der Deal bei Trade Republic
36:03 Persönliche Erfahrung Jan
36:52 Aktuelle Entwicklungen
38:37 Warum du als Gründer Durchhaltevermögen brauchst & wo du Tipps kriegst
42:57 Tipps für Fundraising-Zeitraum/gelungenes Fundraising
45:21 Abschließende Zusammenfassung & Tipps

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JAN KARNATH
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jan-karnath/
Timeless Investments: http://www.timeless.investments/


„Es geht nun darum, das Auto ein bisschen zu optimieren, anstatt wie vorher nur zu schauen, dass es so schnell wie möglich nach vorne fährt.“

Timeless Investments-Gründer Jan Karnath über die Demokratisierung von Sammlerstücken als Assetklasse, die derzeitige Krise und warum er nie wieder ein Regulatorik-Start-up gründen wird

Nach einer unter anderem an der US-Eliteuni Stanford erfolgten Ausbildung, hat Jan Karnath erst die auf Blockchain basierende KFZ-Plattform “Gapless” und wenig später die NFT Plattform „Timeless Investments“ gegründet. Letztere ermöglicht seinen Nutzern, einen Anteil an Sammlerstücken zu kaufen.   

„Wir versuchen, eine Assetklasse zu demokratisieren, die es schon seit über fünfzig Jahren gibt. Bislang waren solche Investitionen nämlich nur sehr reichen Leuten, die sich dementsprechend auskannten und genug Geld hatten, vorbehalten“, fasst Gründer Jan Karnath die Mission seines Start-ups zusammen. 

Gegründet wurde Timeless Investments im Februar 2021. „Als wir angefangen, waren Aktien und Krypto hoch und wir sind damals relativ schnell stark gewachsen“, resümiert der Jungunternehmer: „Wir haben insgesamt 200 Assets fraktionalisiert. Vor Kurzem haben wir unsere ersten zwei Exits mit einem Wertanstieg von 84% beziehungsweise 200% gemacht.“ 

Was die Auswirkung der derzeitigen Krisensituation auf die Zukunft seines Unternehmens angeht, zeigt sich der Gründer vorsichtig-optimistisch: 

„Wir sehen gerade keinen enormen Impact, aber natürlich kann sich das auch ändern. Sammlerstücke haben sich historisch gesehen als relativ krisensicher gezeigt. Wenn man in die Geschichte guckt, sieht man, dass Sachwerte relativ stabil sind oder sogar ansteigen. Wir haben also bislang Glück gehabt und durch die Inflation sogar einen großen Anstieg bei den Preisen gesehen.“ 

Und doch ist die derzeitige Unsicherheit am Markt nicht komplett spurlos an Timeless Investments vorbeigegangen: 

„Der NFT Markt hat wirklich gelitten“, erklärt Jan Karnath: „“Im Gegensatz zum Thema Kunst hat die Volatilität bei dieser Assetklasse genauso durchgeschlagen wie am Aktienmarkt.“

Er bezeichnet die momentane Marktsituation als Abkühlungsphase: 

„Die Veränderung im Markt ist schon sehr stark. Nach Monaten, in denen es nur um Growth und Geschwindigkeit ging, sieht man nun eine Situation, in der sich alles etwas normaler einpreist und die Dealstrukturen anders sind“, meint der Jungunternehmer. Eine Tatsache, die sich vor allem auf das Fundraising auswirken wird: 

„Die Fear of Missin Out ist nicht mehr da. Jetzt wird viel stärker geguckt, wie die Modelle funktionieren und ob es wirklich skalierbar ist.“

Abgesehen davon rechnet er damit, dass alles ein wenig langsamer gehen wird: 

„Vorher musste alles möglich schnell gehen. Jetzt wird mehr Due Diligence gemacht“, resümiert der Gründer. Eine Entwicklung, die er nicht unbedingt für negativ hält: „Vielleicht ist es gar nicht so ungesund, dass diese Zeiten vorbei sind und jetzt genauer hingeguckt wird.“ 

Überhaupt sieht er die derzeitige Situation alles andere als schwarz: 

„So platt es sich anhört: Jede Krise ist auch eine Chance. Wenn du es schaffst in deinem Segment gut zu sein und deine Konkurrenz gerade nicht raist oder im schlimmsten Fall sogar Leute entlässt, dann hast du nun die enorme Chance dir deinen Markt zu sichern und ordentlich Meter zu machen. Der Grundsatz, dass man bei Sonne nicht so viele Leute überholen kann und bei Regen fünfzehn, stimmt hier schon auch.“ 

Was das eigene Start-up angeht, hat er die Wachstumspläne an die Marktsituation angepasst: 

„Wir sind von Hypergrowth auf moderates Wachstum umgestiegen. Dabei haben wir uns zum Beispiel sehr klar angeguckt, wie viel wir jetzt einstellen und entsprechend reduziert. Im Gegensatz zu vorher geht es nun darum, das Auto ein bisschen zu optimieren, anstatt wie vorher nur zu schauen, dass es so schnell wie möglich nach vorne fährt.“ 

Er rät anderen Gründern, die Marktsituation gut im Auge zu behalten und sich entsprechend anzupassen: 

„Man muss einfach überlegen, wie man auf die Marktkonditionen reagiert. Natürlich ist ein Umschwenken mit 10 Mitarbeitern einfacher als mit 100 oder 1000. Die Frage, die man sich als CEO derzeit stellen muss, ist, wie man sein Unternehmen so ausrichten kann, dass es gut durch das Thema durchkommt.“

Darüber hinaus empfiehlt er, sich unbedingt mit anderen Gründern über die weitere Vorgehensweise auszutauschen: 

„Man sieht, dass viele Leute zum ersten Mal einen Downturn erleben. Aus diesem Grund sollte man sich möglichst viel mit anderen Leuten unterhalten, die bereits in der Situation waren oder es derzeit sind. Da ist jede Minute sehr gut investiert. Du wirst dabei Dinge lernen, die dir kein BWL-Studium beibringt.“ 

Nicht zuletzt rät er Start-up-Gründern den engen Kontakt mit den eigenen Investoren zu suchen und klar und offen über alles zu sprechen. Auch eine vertraute außenstehende Person kann dabei helfen, die Lage mit ein wenig Distanz zu betrachten:  

„Wenn man superemotional verhaftet ist und tief in seinem Thema drinsteckt, hilft es enorm jemanden zu haben, mit dem man reden kann. Diese Perspektive zu haben, ist das allerwichtigste, wenn man in einer schwierigen Situation steckt.“ 

Abschließend möchte er der Start-up-Szene nahelegen, sich nicht allzu sehr verunsichern zu lassen: 

„Genauso wie damals nicht alles so gut war, wie alle gesagt haben, ist jetzt nicht alles so schlecht, wie manche Medien berichten.“

Neugierig geworden?

Wenn ihr erfahren wollt, warum Jan Karnath nie wieder ein Regulatorik-Start-up gründen wird und warum man seiner Meinung nach nie in den Sommer hinein fundraisen sollte, dann hört rein in den Podcast…