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13. April 2026

Wirtschaftlich nachhaltiges FoodTech? So scheint es möglich – mit Pascal Bieri, Planted Food

Über diese Episode

Pascal Bieri und sein Team bei Planted Food haben sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Sie wollen ein pflanzliches Produkt entwickeln, das nicht nur ökologisch und nachhaltig ist, sondern auch wirtschaftlich besser funktioniert als Fleisch. In einer Branche, in der selbst große Player wie Beyond Meat bereits bei der Produktion Verluste einfahren, ist das eine durchaus gewagte These.

Die Herausforderung: Wirtschaftlichkeit in einem schwierigen Markt

Die Food Tech-Branche steht vor einem fundamentalen Problem: Wie kann man pflanzliche Alternativen entwickeln, die sowohl ökologisch sinnvoll als auch wirtschaftlich nachhaltig sind? Während Konkurrent Beyond Meat bereits bei der Produktion rote Zahlen schreibt, verfolgt Planted Food einen anderen Ansatz.

Die Positionierung in einem Markt voller Fleischesser, Skeptiker und einer mächtigen Fleisch-Lobby erfordert strategisches Denken. Es geht nicht nur darum, ein gutes Produkt zu entwickeln, sondern auch darum, die richtige Zielgruppe zu finden und zu überzeugen.

Purpose als zweischneidiges Schwert beim Recruiting

Ein interessanter Aspekt, der oft übersehen wird: Der klare Purpose eines Unternehmens kann beim Hiring von passendem Personal nicht nur helfen, sondern auch hinderlich sein. Während sich viele Kandidaten von der Mission angezogen fühlen, kann ein zu stark ausgeprägter Purpose auch potenzielle Mitarbeiter abschrecken, die primär nach beruflichen Herausforderungen und weniger nach idealistischen Zielen suchen.

Die Definition passender Mitarbeiter wird dadurch komplexer. Es reicht nicht aus, nur fachlich qualifizierte Personen zu finden – sie müssen auch zur Unternehmenskultur und den langfristigen Zielen passen.

Der Preis als politische Dimension

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg von pflanzlichen Proteinen ist der Preis. Hier zeigt sich eine interessante politische Dimension: Die Preisgestaltung von Fleischalternativen ist nicht nur eine betriebswirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftspolitische Frage. Subventionen in der traditionellen Fleischindustrie, regulatorische Rahmenbedingungen und steuerliche Aspekte beeinflussen maßgeblich, wie wettbewerbsfähig pflanzliche Alternativen sein können.

Skalierung als zentrale Herausforderung

Bei der Skalierung von Food Tech-Unternehmen entstehen spezifische Hürden. Die Produktionskapazitäten müssen ausgebaut werden, ohne dabei die Qualität zu kompromittieren. Gleichzeitig muss die Balance zwischen Gastronomie und Lebensmitteleinzelhandel gefunden werden – zwei völlig unterschiedliche Vertriebskanäle mit eigenen Anforderungen.

Konsumenten überzeugen: Mehr als nur Produktentwicklung

Die Überzeugung der Konsumenten geht weit über die reine Produktentwicklung hinaus. Es geht darum, Vorurteile abzubauen und neue Gewohnheiten zu schaffen. Erfolgsgeschichten wie Swing Kitchen zeigen, dass es möglich ist, auch eingefleischte Fleischesser zu überzeugen – wenn Geschmack, Preis und Verfügbarkeit stimmen.

Learnings aus Fehlern

Wie bei jedem Startup gab es auch bei Planted Food Momente, in denen Dinge schief gelaufen sind. Diese Erfahrungen sind wertvoll für andere Gründer in ähnlichen Branchen. Die Learnings zeigen, dass auch in einem Purpose-driven Unternehmen klassische Startup-Herausforderungen wie Teambuilding, Produktentwicklung und Marktpositionierung bewältigt werden müssen.

Fazit: Ein komplexes Ökosystem

Das Beispiel Planted Food zeigt: Wirtschaftlich nachhaltiges Food Tech ist möglich, aber es erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Es reicht nicht aus, nur ein gutes Produkt zu entwickeln. Erfolg entsteht durch die richtige Kombination aus innovativer Technologie, strategischer Positionierung, effizientem Operations-Management und der Fähigkeit, sowohl Investoren als auch Konsumenten zu überzeugen.

Für andere Gründer in der Food Tech-Branche bietet Pascal Bieris Erfahrung wertvolle Einblicke in die Komplexität des Marktes und die verschiedenen Dimensionen, die berücksichtigt werden müssen – von der Produktentwicklung über das Recruiting bis hin zur politischen Lobbyarbeit.

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