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18. Juni 2024

Warum Startups scheitern – Insights von Dave Hersh, Founder & Author

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Über diese Episode

Die Statistik ist ernüchternd: Nur 10% der Startups sind erfolgreich, während 82% der Gründer fest an ihren Erfolg glauben. 78% schaffen es nicht einmal, den Investoren ihr Geld zurückzuzahlen. Dave Hersh kennt beide Seiten der Medaille – als Gründer, Investor und Coach hat er eine einzigartige 360-Grad-Perspektive auf das Venture-Ökosystem entwickelt.

Von Jive zum Börsengang: Eine Erfolgsgeschichte

Dave Hersh skalierte sein Unternehmen Jive auf über 10 Millionen Dollar Umsatz, holte Wachstumsinvestoren an Bord und führte das Unternehmen schließlich an die Börse. Diese Erfahrung als erfolgreicher Gründer war jedoch nur der Anfang seiner Reise durch das Startup-Ökosystem.

Als Coach, Board Partner bei a16z und später als Käufer von Startups sammelte Hersh wertvolle Einblicke in die Mechanismen, die über Erfolg und Scheitern entscheiden. Diese Erfahrungen flossen in sein Buch "Reignition" ein, das sich bewusst den 90% der Startups widmet, die nicht zu den Outlier-Erfolgen gehören.

Die Herausforderungen des Venture-Capital-Ökosystems

Das heutige VC-Ökosystem hat sich stark verändert. Während früher oft Intuition und unternehmerisches Gespür im Vordergrund standen, dominieren heute datengetriebene Entscheidungen. Diese Entwicklung bringt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich.

Ein zentrales Problem ist das Timing und die Höhe der Finanzierung. Viele Startups beschaffen zu früh zu viel Kapital oder gehen mit unrealistischen Erwartungen an die Kapitalbeschaffung heran. Die Konsequenzen sind oft fatal: Das Startup bleibt auf halber Strecke stecken.

Kritische Fragen vor dem Unternehmensaufbau

Bevor Gründer in den Aufbau ihres Unternehmens investieren, müssen fundamentale Fragen beantwortet werden:

  • Gibt es einen echten Marktbedarf für das Produkt?
  • Wie sieht die Go-to-Market-Strategie aus?
  • Welche operativen Effizienzmaßnahmen sind notwendig?
  • Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Finanzierung?

Diese Fragen mögen simpel erscheinen, doch ihre Beantwortung entscheidet oft über den Erfolg oder Misserfolg des gesamten Ventures.

Den richtigen Investor finden

Die Auswahl des richtigen Investors geht weit über die reine Finanzierung hinaus. Erfolgreiche Partnerschaften basieren auf tiefen persönlichen Verbindungen und gegenseitigem Vertrauen. Gründer sollten Investoren nicht nur nach ihrer Finanzkraft, sondern auch nach ihrer Branchenerfahrung, ihrem Netzwerk und ihrer Bereitschaft zur aktiven Unterstützung bewerten.

Warnsignale erkennen: Wann läuft etwas schief?

Viele Gründer erkennen zu spät, dass ihr Startup in Schwierigkeiten steckt. Typische Warnsignale sind:

  • Stagnierend Sales-Zahlen trotz verstärkter Bemühungen
  • Schwierigkeiten bei der Talentgewinnung
  • Fehlende operative Effizienz
  • Unrealistische Zielvorgaben und ständiger Zeitdruck

Der "Flywheel-Effekt" des Scheiterns setzt ein, wenn diese Probleme sich gegenseitig verstärken und das Unternehmen in eine Abwärtsspirale gerät.

Strategien zur Wiederbelebung

Falls das Startup bereits feststeckt, gibt es dennoch Auswege. Der erste Schritt ist die ehrliche Selbstreflexion: Gründer müssen ihre eigenen Fehler erkennen und bereit sein, Veränderungen vorzunehmen. Dies kann bedeuten, dass sie sich von der Vorstellung verabschieden müssen, alle Entscheidungen selbst treffen zu können.

Besonders beim Hiring zeigt sich diese Herausforderung: Statt zu versuchen, selbst die besten Kandidaten zu finden, sollten Gründer Personen einstellen, die besser rekrutieren können als sie selbst.

Erfolg in jungen Jahren: Möglich oder Mythos?

Eine häufig diskutierte Frage ist, ob Erfolg als Gründer bereits in den frühen Zwanzigern möglich ist. Während die Medien junge Unicorn-Gründer feiern, zeigt die Realität, dass Erfahrung und Reife oft entscheidende Erfolgsfaktoren sind. Dennoch schließt das Alter niemanden vom Unternehmertum aus – entscheidend sind die richtige Vorbereitung und realistische Erwartungen.

Fazit: Fokus auf die 90%

Dave Hershs Ansatz unterscheidet sich bewusst von der typischen Startup-Glorifizierung. Statt sich nur auf die wenigen Erfolgsgeschichten zu konzentrieren, richtet er den Blick auf die Mehrheit der Startups, die mit alltäglichen Herausforderungen kämpfen. Seine Botschaft ist klar: Erfolg ist planbar, wenn man die richtigen Fragen stellt und ehrlich mit sich selbst ist.

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