13. April 2026
Was dir VCs nicht erzählen wollen – Jenny Dreier, EQT Ventures
Über diese Episode
Jenny Dreier ist Investorin bei EQT Ventures, einem der milliardenschweren Fonds, die bei der Finanzierung frühphasiger Startups ganz vorn dabei sind. In diesem Gespräch gewährt sie seltene Einblicke hinter die Kulissen der VC-Arbeit und erklärt, was Gründer:innen wirklich wissen müssen, um VCs erfolgreich zu überzeugen.
Vorbereitung ist alles: Research über potentielle Investoren
Ein kritischer Punkt, den viele Gründer:innen unterschätzen, ist die Recherche über potentielle Investoren. Es reicht nicht aus, einfach "irgendwo" anzufragen. Jenny betont, wie wichtig es ist, sich vorab über Fonds und VCs zu informieren. Wer blind Pitches versendet, verschwendet nicht nur seine eigene Zeit, sondern auch die der Investoren.
Die richtige Vorbereitung bedeutet zu verstehen: In welche Branchen investiert der VC? In welcher Phase? Welche Ticket-Größen sind üblich? Diese Grundlagen sollten vor jedem ersten Kontakt geklärt sein.
Warum so viele Gründer:innen von VCs "missverstanden" werden
Viele Gründer:innen haben das Gefühl, von VCs missverstanden zu werden – trotz vermeintlich guter Vision bekommen sie kein Go für eine Finanzierung. Doch oft liegt das Problem nicht in der Vision selbst, sondern in der Art, wie sie kommuniziert wird.
VCs müssen täglich dutzende Pitches bewerten und brauchen klare, verständliche Botschaften. Wenn die Story zu komplex ist oder wichtige Punkte fehlen, geht selbst die beste Idee unter. Die Kunst liegt darin, komplexe Geschäftsmodelle so zu erklären, dass sie in wenigen Minuten verstanden werden.
Die Elemente einer überzeugenden VC-Story
Für Startups in der Seed-Runde ist gutes Storytelling entscheidend. Eine überzeugende Geschichte sollte mehrere Kernelemente enthalten:
- –Das Problem: Welches echte Problem löst ihr?
- –Die Lösung: Wie löst ihr es besser als andere?
- –Der Markt: Wie groß ist die Opportunity?
- –Das Team: Warum seid ihr die Richtigen?
- –Traction: Was habt ihr bereits erreicht?
Dabei geht es nicht um perfekte Slides, sondern um eine klare, logische Argumentation, die zeigt, warum gerade dieses Startup das Potenzial für außergewöhnliches Wachstum hat.
Die Konkurrenz um VC-Finanzierung verstehen
Gründer:innen konkurrieren nicht nur mit direkten Wettbewerbern um Finanzierung, sondern mit allen anderen Deals, die ein VC gerade prüft. Jenny erklärt, dass VCs bei jedem Investment abwägen: Ist das die beste Verwendung unseres Kapitals und unserer Zeit? Diese Perspektive zu verstehen hilft dabei, den eigenen Pitch entsprechend zu positionieren.
Das perfekte Intro zu einem Investor
Ein warmes Intro ist Gold wert – aber nicht alle Intros sind gleich. Jenny diskutiert eine interessante Frage: Was ist besser – ein sehr gutes Intro von einer niedrigrangigen Person oder ein schwaches Intro von einer hochrangigen Person?
Die Antwort ist nuanciert: Ein authentisches, gut begründetes Intro von jemandem, der das Startup wirklich kennt, kann wertvoller sein als ein oberflächliches Intro von einem bekannten Namen. Wichtig ist, dass die Person, die das Intro macht, das Startup und seine Stärken glaubwürdig einschätzen kann.
Automatisierung vs. persönlicher Ansatz
Ein praktischer Punkt, der viele Gründer:innen beschäftigt: Wie sinnvoll ist es, Ansprachen zu automatisieren? Jenny gibt klare Guidance dazu, wann automatisierte Prozesse helfen können und wo der persönliche Touch unverzichtbar bleibt.
Eine systematische Übersicht über Intros und Gespräche ist definitiv sinnvoll – aber die eigentliche Ansprache sollte immer individuell und zielgerichtet sein.
Netzwerk vs. Daten: Wie sich VC-Arbeit verändert
Ein spannender Aspekt ist, wie sich die Arbeit der VCs zwischen netzwerkbasierten und datenbasierten Ansätzen entwickelt. Traditionell war VC-Investing stark netzwerkgetrieben, aber immer mehr Daten fließen in Investitionsentscheidungen ein.
Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen darauf, wie Gründer:innen ihre Ansprache gestalten sollten: Während Netzwerk und Empfehlungen weiterhin wichtig sind, werden auch harte Fakten und Metriken immer entscheidender.
Transparenz bei Daten und Deals
Abschließend spricht Jenny auch über ein sensibles Thema: Was passiert mit den Daten der Gründer:innen und Deals? Diese Transparenz ist wichtig für das Vertrauen zwischen Startups und VCs und zeigt, wie professionell die Branche mit vertraulichen Informationen umgeht.
Die Erkenntnisse aus diesem Gespräch zeigen: Erfolgreiche VC-Finanzierung ist kein Glücksspiel, sondern das Ergebnis strategischer Vorbereitung, klarer Kommunikation und dem Verständnis dafür, wie die andere Seite des Tisches arbeitet.
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