23. Juni 2025
Stealth-Mode Recruiting: Wie Choco risk-ready Talente filtert
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Über diese Episode
Der Aufbau eines starken Teams in der frühen Phase eines Startups ist eine der kritischsten Aufgaben für jeden Gründer. Daniel Khachab, Gründer und CEO von Choco, hat dabei einen besonderen Ansatz entwickelt, der auf drei Säulen basiert: Generalisten statt Spezialisten, ein ausgeklügeltes Generationensystem und Vertrauen als Fundament für Leadership.
Warum Generalisten in frühen Phasen entscheidend sind
In den ersten Jahren eines Startups herrscht Chaos – und genau das macht Generalisten so wertvoll. Während etablierte Unternehmen auf hochspezialisierte Experten setzen können, brauchen Startups Menschen, die flexibel auf verschiedene Herausforderungen reagieren können.
"In der frühen Phase weiß man nie genau, welche Probleme als nächstes auf einen zukommen", erklärt Khachab. Generalisten bringen die nötige Anpassungsfähigkeit mit, um zwischen verschiedenen Aufgabenbereichen zu wechseln und dabei trotzdem qualitative Arbeit zu leisten. Sie denken in Zusammenhängen statt in Silos und können bei Bedarf schnell neue Fähigkeiten entwickeln.
Diese Flexibilität ist besonders wichtig, wenn sich das Geschäftsmodell noch entwickelt oder pivotiert wird. Spezialisten hingegen können in solchen dynamischen Phasen schnell zum Engpass werden, da ihre Expertise möglicherweise nicht mehr zur aktuellen Situation passt.
Das Generationensystem: Wissen und Kultur skalieren
Eine der größten Herausforderungen beim schnellen Wachstum ist der Transfer von Wissen und Unternehmenskultur. Choco hat dafür ein System entwickelt, das Khachab als "Generationensystem" bezeichnet.
Die Grundidee ist simpel: Erfahrene Mitarbeiter aus der frühen Phase übernehmen die Verantwortung, neue Teammitglieder nicht nur fachlich, sondern auch kulturell zu integrieren. Dabei geht es nicht um formelle Mentoring-Programme, sondern um eine natürliche Übertragung von Werten, Arbeitsweisen und implizitem Wissen.
"Man kann Kultur nicht in einem Handbuch festhalten", so Khachab. "Sie entsteht durch tägliche Interaktionen und gemeinsame Erfahrungen." Das Generationensystem sorgt dafür, dass diese Kultur auch bei schnellem Wachstum erhalten bleibt und sich organisch weiterentwickelt.
Dieses System hat einen weiteren Vorteil: Es schafft klare Entwicklungspfade für bestehende Mitarbeiter, die sich von reinen Ausführenden zu Führungskräften entwickeln können. Gleichzeitig stellt es sicher, dass wichtiges Wissen nicht in Silos verschwindet, sondern kontinuierlich weitergegeben wird.
Vertrauen und Leadership als Wachstumsfundament
Der dritte Baustein von Chocos Recruiting-Strategie ist die bewusste Auswahl von Führungskräften, die Vertrauen schaffen und halten können. Khachab betont, dass Leadership in Startups anders funktioniert als in etablierten Unternehmen.
In unsicheren Zeiten und bei begrenzten Ressourcen müssen Führungskräfte in der Lage sein, auch ohne vollständige Informationen Entscheidungen zu treffen und ihr Team dabei mitzunehmen. Das erfordert ein hohes Maß an Vertrauen – sowohl von oben nach unten als auch zwischen den Teammitgliedern.
"Die besten Führungskräfte in Startups sind die, die Unsicherheit aushalten können und trotzdem Orientierung geben", erklärt Khachab. Sie müssen ehrlich kommunizieren, auch wenn sie nicht alle Antworten haben, und gleichzeitig das Vertrauen aufbauen, dass gemeinsam Lösungen gefunden werden.
Dieses Vertrauen ist besonders wichtig, wenn es darum geht, risk-ready Talente zu identifizieren. Menschen, die bereit sind, das Risiko eines Startups einzugehen, tun das meist nicht nur wegen des Gehalts oder der Equity, sondern weil sie den Führungskräften und der Vision vertrauen.
Stealth-Mode Recruiting in der Praxis
Der Begriff "Stealth-Mode Recruiting" im Titel deutet darauf hin, dass Choco beim Recruiting nicht nur auf offizielle Kanäle setzt. Stattdessen nutzt das Unternehmen sein Netzwerk und die Empfehlungen bestehender Mitarbeiter, um passende Kandidaten zu identifizieren.
Diese Herangehensweise hat mehrere Vorteile: Erstens kommen Kandidaten bereits mit einer gewissen Vorselektion, da sie von Menschen empfohlen werden, die das Unternehmen und seine Kultur kennen. Zweitens ist es oft einfacher, passive Kandidaten zu erreichen, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, aber für die richtige Gelegenheit offen wären.
Langfristiger Erfolg durch die richtige Personalstrategie
Khachabs Ansatz zeigt, dass erfolgreiches Recruiting in Startups weit über das reine Finden von Kandidaten hinausgeht. Es geht darum, ein System zu schaffen, das nachhaltiges Wachstum ermöglicht, ohne dabei die Unternehmenskultur zu verwässern.
Die Kombination aus Generalisten, einem funktionierenden Generationensystem und vertrauensbasierten Leadership-Strukturen schafft die Basis für ein Team, das auch in turbulenten Zeiten zusammenhält und gemeinsam wächst. Diese Strategie mag in der frühen Phase aufwendiger erscheinen als das reine Sammeln von CVs, zahlt sich aber langfristig durch höhere Retention, bessere Performance und eine stärkere Unternehmenskultur aus.
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