13. April 2026
Startups damals vs. heute: Ist „nachhaltig" die neue Art des Unternehmertums? Tim Schumacher von World Fund
Über diese Episode
Tim Schumacher ist eine der prägenden Figuren der deutschen Startup-Szene. Mit sedo schaffte er einen Börsengang, baute mit Adblock Plus den meistgenutzten Adblocker der Welt und stieg früh bei Ecosia ein. Heute setzt der Kölner Unternehmer seinen Fokus auf Climate Tech und hat mit dem World Fund einen Investmentansatz entwickelt, der ausschließlich auf grüne Startups setzt.
Die Eine-Gigatonne-Mission
Der World Fund verfolgt ein klares Ziel: Investitionen in Startups, die helfen, jährlich eine Gigatonne CO2 einzusparen. Diese Kennzahl ist nicht willkürlich gewählt – sie bildet das Fundament für messbare Klimawirkung im großen Maßstab. Während traditionelle VCs primär auf finanzielle Returns schauen, steht beim World Fund der Impact im Vordergrund.
Gründer heute vs. damals: Was hat sich verändert?
Die heutige Gründergeneration unterscheidet sich fundamental von der Startup-Welle der 2000er Jahre. Während früher oft der reine Exit im Fokus stand, denken moderne Gründer stärker in Purpose und langfristigem Impact. Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein Nice-to-have, sondern wird zunehmend zu einem entscheidenden Faktor – sowohl für Gründer als auch für Investoren.
Diese Entwicklung zeigt sich besonders bei VCs: Nachhaltigkeit wird ein immer größerer Faktor in Investmentsentscheidungen. Fonds wie der World Fund sind Vorreiter einer Bewegung, die zeigt, dass sich Impact und Returns nicht gegenseitig ausschließen müssen.
Grüne Gründungen in der Praxis
Konkrete Beispiele für grüne Startups reichen von innovativen Energielösungen über nachhaltige Mobility-Konzepte bis hin zu revolutionären Ansätzen in der Landwirtschaft. Der World Fund investiert dabei in verschiedenen Phasen und Größenordnungen, wobei das Potenzial für CO2-Einsparungen das entscheidende Kriterium bleibt.
Eine häufig gestellte Frage: Muss sich der World Fund Sorgen um die VC-Performance machen? Schumachers Erfahrung zeigt, dass nachhaltige Investments nicht automatisch schlechtere Returns bedeuten. Im Gegenteil – viele grüne Technologien adressieren massive Märkte und profitieren von regulatorischen Tailwinds.
Vom Unternehmer zum Impact-Investor
Schumachers Weg zum Unternehmertum begann früh und war geprägt von der Frage nach dem "Warum". Was treibt ihn an, immer neue Projekte zu starten? Es ist die Kombination aus unternehmerischer Leidenschaft und dem Willen, echte Probleme zu lösen.
Ratschläge für angehende Gründer
Für Menschen, die gründen möchten, hat Schumacher klare Empfehlungen:
- –Team first: Die Wahl der Co-Founder ist entscheidender als die Idee selbst
- –Problem-Solution-Fit: Löst ein echtes Problem, bevor ihr über Skalierung nachdenkt
- –Durchhaltevermögen: Unternehmertum ist ein Marathon, kein Sprint
Besonders interessant sind seine Gedanken zu Co-Founder-Konstellationen: Es gibt klare Regeln, mit wem man gründen sollte und mit wem nicht. Komplementäre Fähigkeiten, geteilte Values und die Bereitschaft, durch schwierige Zeiten zu gehen, sind essentiell.
Die Zukunft der Startup-Szene
Wie wird sich die Startup-Landschaft in Zukunft verändern? Schumacher sieht einen klaren Trend hin zu Impact-orientierten Gründungen. Climate Tech und Social Impact werden nicht mehr Nischenbereiche sein, sondern Mainstream.
Regulierung vs. Eigenverantwortung
Eine spannende Diskussion dreht sich um die Frage: Wie viele Regeln und Vorgaben braucht es in Sachen Nachhaltigkeit? Schumacher argumentiert für einen ausgewogenen Ansatz – weder reine Eigenverantwortung noch übermäßige Regulierung führen zum Ziel. Unternehmen brauchen Rahmenbedingungen, aber auch die Freiheit, innovative Lösungen zu entwickeln.
Impact als Erfolgsfaktor
Impact-Themen werden für Unternehmen aller Größen immer wichtiger. Was früher als CSR-Nebenschauplatz galt, wird heute zum strategischen Wettbewerbsvorteil. Kunden, Mitarbeiter und Investoren erwarten zunehmend, dass Unternehmen einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten.
Der abschließende Denkanstoß
Schumachers Botschaft ist klar: Die Zukunft des Unternehmertums ist nachhaltig. Wer heute gründet oder investiert, sollte sich fragen, welchen Impact das Unternehmen auf die Welt hat. Denn am Ende geht es nicht nur darum, erfolgreiche Unternehmen zu bauen, sondern eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen zu schaffen.
Die Episode zeigt eindrucksvoll: "Nachhaltig" ist nicht nur eine neue Art des Unternehmertums – es könnte die einzige zukunftsfähige Art sein.
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