13. April 2026
Road to IPO: Wie Startups in kompetitiven Märkten gewinnen, die Organisation anpassen und über den Börsengang nachdenken sollten
Über diese Episode
Jeder hat schon mal bei Lieferando bestellt. Aber die wenigsten wissen, dass dahinter ein internationaler Konzern namens Just Eat Takeaway steht, der in Dutzenden von Ländern aktiv ist und 2023 mehr als 5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet hat. Im C-Level der Gruppe ist bis heute einer der Lieferando-Gründer als COO aktiv: Jörg Gerbig.
Der Weg von einem lokalen Delivery-Startup zu einem börsennotierten Milliardenkonzern war alles andere als einfach. Besonders der Delivery-Markt war von Beginn an extrem umkämpft – und wurde durch das Aufkommen von QuickCommerce-Playern wie Gorillas oder Flink noch intensiver.
Überleben in hart umkämpften Märkten
Wie schafft es ein Startup, in einem solchen Umfeld nicht nur zu überleben, sondern auch zu dominieren? Jörg Gerbig gibt Einblicke in die Strategien, die Lieferando zum Erfolg geführt haben. Der Schlüssel lag nicht nur in der Produktentwicklung, sondern vor allem in der Fähigkeit, sich kontinuierlich an die sich wandelnden Marktbedingungen anzupassen.
Die Konkurrenz war brutal. Neue Player wie Gorillas und Flink brachten massive Finanzierungsrunden mit und versuchten, den Markt durch aggressive Expansion und Preisstrategien zu erobern. In solchen Situationen ist es entscheidend, die eigenen Stärken zu kennen und konsequent auszuspielen, anstatt jeden Trend mitzumachen.
Organisationsstruktur: Zentral vs. Länderspezifisch
Eine der größten Herausforderungen beim Wachstum von einem lokalen Startup zu einem internationalen Konzern ist die richtige Balance zwischen zentralen und länderspezifischen Funktionen. Just Eat Takeaway operiert in Dutzenden von Ländern – jedes mit eigenen kulturellen Besonderheiten, regulatorischen Anforderungen und Marktdynamiken.
Die Kunst liegt darin, zu entscheiden, welche Prozesse und Funktionen zentral gesteuert werden sollten und wo lokale Autonomie notwendig ist. Während technologische Infrastruktur und grundlegende Betriebsabläufe oft zentral effizienter sind, brauchen Marketing und Kundenbeziehungen häufig lokale Anpassungen.
Die Realität der Börse: Von 20 auf 3 Milliarden Euro
Eine der größten psychologischen Herausforderungen für Gründer und Teams ist der Umgang mit drastischen Bewertungsänderungen. Just Eat Takeaway war einmal mit über 20 Milliarden Euro bewertet – heute liegt der Börsenwert bei etwa 3 Milliarden Euro. Eine Zehntelung des Wertes, die nicht spurlos an der Motivation vorübergeht.
Wie geht man als Gründer mit solchen Rückschlägen um? Wie hält man das Team motiviert, wenn der vermeintliche Erfolg auf dem Papier dramatisch schrumpft? Jörg Gerbig teilt seine Erfahrungen, wie wichtig es ist, sich auf die fundamentalen Geschäftskennzahlen zu konzentrieren und nicht auf tägliche Börsenbewegungen.
Startup to Scaleup: Persönliche Weiterentwicklung
Der Übergang von einem Startup zu einem Scaleup erfordert nicht nur organisatorische Veränderungen, sondern auch persönliche Weiterentwicklung der Gründer. Die Fähigkeiten, die zum Start eines Unternehmens notwendig sind, unterscheiden sich erheblich von denen, die man als COO eines Milliardenkonzerns braucht.
Jörg Gerbig gibt Einblicke in seine persönliche Entwicklungsreise – von den frühen Fehlentscheidungen bis hin zur Führung komplexer internationaler Operationen. Continuous Learning und die Bereitschaft, die eigene Rolle kontinuierlich zu hinterfragen, sind dabei essentiell.
Priorisierung als Gründer
Eine der schwierigsten Aufgaben für Gründer ist die richtige Priorisierung. In der frühen Phase eines Unternehmens scheint alles gleich wichtig und dringend zu sein. Mit dem Wachstum wird diese Herausforderung nicht einfacher – sie verändert nur ihre Form.
Die Fähigkeit, zwischen dem Wichtigen und dem Dringenden zu unterscheiden und konsequent die richtigen Entscheidungen zu treffen, entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg. Dabei geht es nicht nur um strategische Großentscheidungen, sondern auch um die tägliche Fokussierung auf die Themen, die wirklich den Unterschied machen.
Gedanken zum Börsengang
Der Börsengang bringt nicht nur Kapital und Sichtbarkeit, sondern auch neue Herausforderungen mit sich. Quarterly Reporting, Investor Relations und die konstante öffentliche Bewertung des Unternehmens verändern die Dynamik fundamental.
Jörg Gerbigs Perspektive auf den Börsengang und die damit verbundenen Vor- und Nachteile bietet wertvolle Einblicke für alle Gründer, die diesen Schritt in Betracht ziehen. Besonders interessant sind seine Gedanken dazu, wie sich die Entscheidungsfindung und Unternehmenskultur durch den Gang an die Börse verändern.
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