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1. Mai 2026

Dieses Startup macht MILLIONEN und stellt dabei ihren Code KOSTENLOS ins Internet

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Über diese Episode

14 Millionen Downloads, 34.000 GitHub Stars, Top 730 der GitHub-Repositories weltweit – und genutzt wird TipTap unter anderem von LinkedIn und Claude. Philip Isik, Co-Founder und CEO von TipTap, hat ein Open-Source-Editor-Framework gebaut, das heute die unsichtbare Infrastruktur hinter Content-Editing im Internet ist.

Open Source als Distributionsstrategie, nicht als Geschäftsmodell

Philip stellt eine wichtige Unterscheidung klar: "Open Source ist kein Geschäftsmodell, sondern eine Distributionsstrategie." Diese Erkenntnis ist fundamental für jeden Gründer, der mit Open Source liebäugelt. Open Source funktioniert per Design als Top-of-Funnel – es schafft Vertrauen, zieht Talente an und bildet einen stärkeren Moat als Patente.

Die Wahl der richtigen Lizenz entscheidet über den Erfolg. TipTap nutzt die MIT-Lizenz, die maximale Freiheit bietet: Jeder darf den Code für alles verwenden – sogar für Konkurrenzprodukte. "Die MIT-Lizenz ist für Developer ein No-Brainer", erklärt Philip. Diese liberale Herangehensweise hat TipTap zum Marktstandard für Web-Editoren gemacht.

Vier Wege zur Monetarisierung von Open Source

Philip identifiziert vier Hauptmodelle, wie Open-Source-Unternehmen Geld verdienen:

Open Core: Der Open-Source-Kern ist kostenlos, Enterprise-Features kosten extra. TipTap monetarisiert über Real-Time-Collaboration, AI-Agent-Zugriff und DocX-Export als Premium-Features.

Hosting/Cloud: Managed Services für die eigene Open-Source-Software bieten – ähnlich wie GitLab oder MongoDB Atlas.

Dual License: Verschiedene Lizenzen für verschiedene Nutzergruppen, oft mit einer restriktiveren kommerziellen Variante.

Support: Professioneller Support und Beratung rund um die Open-Source-Software.

TipTap: Sieben Jahre zum Overnight Success

Was heute wie ein Overnight Success aussieht, war ein siebenjähriger Weg. TipTap startete als Editor-Framework und ist heute die unsichtbare Infrastruktur hinter Content-Editing bei LinkedIn, Claude und vielen anderen Plattformen. Der Erfolg basiert auf einer klaren Strategie: Building in Public und Community-First-Ansatz.

"Wir haben kein Marketing-Department und wachsen rein über Inbound", sagt Philip. Stattdessen investiert das Team Zeit in Discord, betreibt Building in Public und baut eine loyale Developer-Community auf, die TipTap sogar auf Reddit verteidigt.

AI und Open Source: Wo liegt der echte Moat?

Die Frage, ob AI-Tools wie GitHub Copilot Open-Source-Projekte verdrängen werden, beantwortet Philip pragmatisch: "Die Buy-vs-Build-Entscheidung bleibt auch mit AI bestehen." Entscheidend ist die Frage "Feature oder Plattform?" – komplexe Plattformen und Frameworks werden schwer vollständig von AI ersetzt.

Der echte Moat liegt langfristig in den Daten, nicht im Software-Code. Während Code immer leichter replizierbar wird, bleiben proprietäre Datensets und das Verständnis für spezifische Use Cases der entscheidende Wettbewerbsvorteil.

KPIs und Community im Open Source

Im Open-Source-Business zählen andere Metriken: GitHub Stars, NPM Downloads, Contributors und Community-Engagement. Tools wie die LFX Insights-Plattform helfen dabei, die Gesundheit des Projekts zu messen. Philip betont: "Du musst als Open-Source-Gründer auf Discord leben und Building in Public betreiben."

Wann Open Source für Startups sinnvoll ist

Nicht jedes Startup sollte Open Source wählen. Philip empfiehlt eine klare Analyse: Ist das Produkt entwicklerfreundlich? Gibt es einen klaren Weg zur Monetarisierung? Ist das Team bereit für die intensive Community-Arbeit?

Erfolgreiche Beispiele wie Red Hat, MongoDB, GitLab und Docker zeigen: Open Source kann funktionieren – aber nur mit der richtigen Strategie und langem Atem.

Zukunft: Standards bleiben, auch mit AI

Trotz AI-Revolution prognostiziert Philip: Standards und etablierte Frameworks bleiben bestehen. "Vibe Coding" – das intuitive Entwickeln mit AI-Unterstützung – wird wichtiger, aber die grundlegenden Infrastrukturen wie TipTap behalten ihre Relevanz.

Die Lesson für Gründer: Open Source ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Selbstläufer. Wer es richtig einsetzt, kann damit eine unsichtbare, aber unverzichtbare Infrastruktur aufbauen – und dabei profitabel wachsen.

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