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13. April 2026

Mike Mahlkow, Blair: Mit Income-Share-Agreements gegen die US-Studienkredit-Krise

Über diese Episode

Die deutsche Antwort auf Amerikas Studienkredit-Problem

Während in Deutschland Studienkredite kaum eine Rolle spielen, stellen sie in den USA die zweitgrößte Verschuldungsquelle dar. Ein deutsches Gründerteam um Mike Mahlkow hat sich genau dieses Problems angenommen und entwickelt mit Blair eine innovative Lösung: Income-Share-Agreements.

Mike Mahlkow arbeitet gemeinsam mit seinen Mitgründern David und Constantin an einer Alternative zu herkömmlichen Studienkrediten. Das Konzept ist simpel und gleichzeitig revolutionär: Studenten erhalten das Geld für ihr Studium, zahlen aber nur dann zurück, wenn sie später über einem bestimmten Gehaltsniveau liegen.

Von Y Combinator zu Tiger Global

Der Weg von Blair liest sich wie ein Startup-Bilderbuch. 2019 wurde das Team Teil von Y Combinator, dem renommiertesten Accelerator aus dem Silicon Valley. Diese Erfahrung legte den Grundstein für das weitere Wachstum des Unternehmens.

Kürzlich machte Blair gleich mit zwei bedeutenden Meilensteinen Schlagzeilen: einer 100 Millionen Euro Fremdkapitalfinanzierung zur Finanzierung von Studenten in den USA und einer Seed-Finanzierung durch Tiger Global. Diese Investitionen unterstreichen das Vertrauen der Investoren in das Geschäftsmodell und die Marktchancen.

Das Income-Share-Agreement Modell

Die Inspiration für das Blair-Modell fanden die Gründer interessanterweise auch in Deutschland. Income-Share-Agreements funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Anstatt feste Rückzahlungsraten zu verlangen, beteiligt sich Blair am späteren Einkommen der Absolventen – aber nur, wenn dieses eine bestimmte Schwelle überschreitet.

Dieser Ansatz löst mehrere Probleme gleichzeitig:

  • Studenten haben keine finanziellen Sorgen während des Studiums
  • Das Risiko wird zwischen Student und Finanzierungspartner geteilt
  • Rückzahlung erfolgt nur bei erfolgreichem Berufseinstieg

Learnings aus der Gründungszeit

Mike Mahlkow teilt in dem Gespräch wertvolle Einblicke in die Herausforderungen des Gründens. Besonders interessant sind seine Gedanken zum Thema Selbststudium versus klassische Universitätsausbildung und wie bessere Entscheidungen getroffen werden können.

Ein zentraler Punkt: Gründen ist definitiv kein Zuckerschlecken. Die Blair-Gründer mussten durch verschiedene Pivots und komplexe Problemlösungsprozesse navigieren, bevor sie ihr heutiges Geschäftsmodell entwickelten.

Teamstruktur und Konfliktmanagement

Besonders aufschlussreich sind die Einblicke in die interne Arbeitsweise von Blair. Das Team hat klare Strukturen und Aufgabenteilungen entwickelt, um Gründerkonflikte zu vermeiden – ein häufiges Problem in jungen Unternehmen.

Die Entwicklung dauerte längere Zeit, aber das Team setzte von Anfang an auf Lean Product Building und eine schlanke Teamstruktur. Diese Herangehensweise ermöglichte es, schnell zu lernen und sich anzupassen.

Fundraising-Realitäten

Ein wichtiger Teil des Gesprächs dreht sich um das Thema Fundraising. Mike gibt praktische Tipps, wann Gründer "funding ready" sind und ob sie überhaupt schon Geld aufnehmen sollten.

Besonders wertvoll ist seine Einschätzung zu VC-Absagen: Diese sind selten der wahre Grund für gescheiterte Finanzierungsrunden. Oft liegen die eigentlichen Probleme tiefer und haben mit der Geschäftsstrategie oder dem Team zu tun.

Wandeldarlehen und Early Stage Finanzierung

Für angehende Gründer bietet das Gespräch auch konkrete Finanzierungstipps. Themen wie Wandeldarlehen und die Grundlagen des Early Stage Fundraising werden praxisnah erklärt.

Die Blair-Story zeigt: Mit dem richtigen Problem, einem starken Team und Durchhaltevermögen können auch deutsche Gründer in den USA erfolgreich sein. Das Income-Share-Agreement Modell könnte dabei helfen, die amerikanische Studienkredit-Krise zu entschärfen – ein Problem, das Millionen von Studenten betrifft.

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