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16. Februar 2025

Forderungen an die neue Bundesregierung, um den Standort Deutschland zu stärken - mit Verena Pausder, Vorsitzende des Startup-Verband

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Eine Woche vor der Bundestagswahl diskutiert Verena Pausder, Vorsitzende des Startup-Verbands und eine der einflussreichsten Stimmen der deutschen Startup-Szene, die entscheidenden Weichenstellungen für Deutschlands Zukunft als Innovationsstandort.

Als Autorin, Unternehmerin und Investorin bringt Pausder eine einzigartige Perspektive mit: Sie kennt sowohl die Herausforderungen von Gründern als auch die politischen Hebel, die Deutschland wieder wettbewerbsfähig machen können. In dieser Live-Episode des Unicorn Bakery Podcasts werden die drängendsten Fragen vor der Wahl beleuchtet.

Mehr Unternehmergeist für Deutschland

Deutschland braucht dringend mehr Unternehmergeist, so Pausders zentrale Botschaft. Der Standort Deutschland kann durch drei Säulen gestärkt werden: mehr Kapital für Wachstumsunternehmen, weniger Bürokratie und eine stärkere europäische Zusammenarbeit. Während andere Länder ihre Startup-Ökosysteme systematisch ausbauen, verliert Deutschland im internationalen Vergleich an Boden.

Die Herausforderung liegt nicht nur in der Finanzierung, sondern auch in der grundsätzlichen Einstellung zu Unternehmertum. Deutschland muss eine Kultur schaffen, die Risikobereitschaft und Innovation belohnt, anstatt sie durch übermäßige Regulierung zu hemmen.

Fachkräftemangel: Deutschland attraktiver machen

Ein Kernproblem deutscher Unternehmen ist der Fachkräftemangel. Pausder sieht hier zwei entscheidende Stellschrauben: Deutschland muss für internationale Talente attraktiver werden. Digitale Visa-Verfahren könnten die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte erheblich vereinfachen. Noch wichtiger wäre die Einführung einer zweiten Amtssprache - Englisch.

Solche Maßnahmen würden nicht nur Startups helfen, sondern der gesamten deutschen Wirtschaft. Internationale Talente bringen nicht nur Fähigkeiten mit, sondern auch globale Netzwerke und Denkweisen, die für Innovation entscheidend sind.

Mitarbeiterbeteiligung: Fortschritte und Herausforderungen

Bei der Mitarbeiterbeteiligung hat Deutschland in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, aber es besteht noch erheblicher Nachholbedarf. Die deutsche Kultur ist beim Thema Unternehmensanteile oft skeptisch - ein Erbe, das Innovation hemmt.

Startups benötigen flexible Instrumente, um Talente zu gewinnen und zu halten. Mitarbeiterbeteiligung ist dabei nicht nur ein nettes Extra, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor im Kampf um die besten Köpfe. Hier sind weitere gesetzliche Vereinfachungen nötig.

Das Kapital-Problem: WIN-Initiative als erster Schritt

Eine der größten Hürden für deutsche Startups sind fehlende Wachstumsfinanzierungen. Die WIN-Initiative der Bundesregierung ist ein erster Schritt, aber bei weitem nicht ausreichend. Pausder macht deutlich: Während andere Länder Milliarden in ihre Startup-Ökosysteme pumpen, hinkt Deutschland hinterher.

Das Problem verschärft sich bei größeren Finanzierungsrunden. Viele vielversprechende deutsche Startups wandern ab oder werden von ausländischen Investoren übernommen, weil das heimische Kapital fehlt. Deutschland verliert so nicht nur Unternehmen, sondern auch die Wertschöpfung der Zukunft.

Digitalisierung und Bürokratieabbau: "Startup in a Day"

Pausder fordert eine echte Digitalisierungsoffensive. "Startup in a Day" darf kein Buzzword bleiben, sondern muss Realität werden. Zentralisierte digitale Prozesse könnten die Gründung und den Betrieb von Unternehmen erheblich vereinfachen.

Die deutsche Bürokratie ist ein Innovationshemmer ersten Ranges. Während andere Länder Unternehmen online in wenigen Stunden gründen lassen, dauert es in Deutschland Wochen oder Monate. Diese Zeit fehlt Gründern für die Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle.

Europäische Vision: Gemeinsam stark

Pausders Blick geht über Deutschland hinaus: Eine europäische Kapitalmarktunion und ein echter gemeinsamer Binnenmarkt sind essentiell für die Zukunft. Nur gemeinsam kann Europa mit den USA und China konkurrieren.

"Made in Europe" sollte nicht nur ein Label sein, sondern ein Qualitätsmerkmal für Innovation. Dafür braucht es aber europaweit einheitliche Standards und weniger nationale Alleingänge.

Steuerentlastungen und Unternehmensnachfolge

Zwei weitere Bereiche, die Pausder anspricht, sind Steuerentlastungen für Mitarbeiter und die Unternehmensnachfolge. Deutschland muss attraktiver für Arbeitnehmer werden - auch steuerlich. Gleichzeitig steht eine Welle von Unternehmensnachfolgen bevor, die politisch begleitet werden muss.

Fazit: Jetzt handeln

Pausders Botschaft ist klar: Deutschland hat noch die Chance, als Innovationsstandort zu bestehen. Aber die Zeit drängt. Die nächste Bundesregierung muss mutige Entscheidungen treffen und endlich die Weichen für eine unternehmerische Zukunft stellen.

Die Wahl steht vor der Tür - und mit ihr die Entscheidung über Deutschlands wirtschaftliche Zukunft. Pausders Forderungen zeigen den Weg auf. Jetzt liegt es an den Wählern und der Politik, ihn zu gehen.

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