Alle Episoden

13. April 2026

Camunda auf der Erfolgsspur zu 100 Mio. Umsatz: Jakob Freund über Exit-Gedanken, Bootstrapping vs. VC, Open Source & Partner-Management

Über diese Episode

Jakob Freund hat mit Camunda ein beeindruckendes Wachstum hingelegt: Das Berliner Startup entwickelte sich zu einem der führenden Anbieter für Prozessautomatisierung und steht kurz davor, die 100-Millionen-Euro-Umsatzmarke zu knacken. Der Weg dorthin war alles andere als konventionell – und bietet wichtige Lektionen für andere Gründer.

Vom Bootstrap zum VC: Ein strategischer Wendepunkt

Camunda startete als klassisches Bootstrap-Unternehmen mit Open-Source-Fokus. Doch bei 10 Millionen Euro Umsatz entschied sich Jakob Freund für einen strategischen Kurswechsel: Highland Europe kam als Venture Capital Partner an Bord. Seitdem hat sich der Umsatz nahezu verzehnfacht.

Diese Entscheidung war keineswegs selbstverständlich. Jakob erklärt offen, warum sein Team nach der langen Bootstrap-Phase letztendlich doch Venture Capital aufgenommen hat. Die Gründe waren pragmatisch: Um international zu skalieren und den US-Markt zu erobern, brauchte Camunda zusätzliche Ressourcen und Expertise.

Wann Bootstrap, wann VC?

Jakobs Erfahrung zeigt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Die Entscheidung zwischen Bootstrapping und Venture Capital hängt von verschiedenen Faktoren ab – vom Markt, der Wachstumsgeschwindigkeit und den strategischen Zielen. Entscheidend ist, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen und nicht zu früh oder zu spät zu handeln.

Nischenstrategie mit globaler Wirkung

Bemerkenswert ist, wie Camunda es geschafft hat, in einer spezialisierten Nische zu einem bekannten Namen zu werden. Prozessautomatisierung ist nicht gerade ein Mainstream-Thema, dennoch eroberte das Unternehmen erfolgreich den US-Markt. Diese Fokussierung auf eine klar definierte Nische erwies sich als Stärke, nicht als Schwäche.

Ein Schlüsselfaktor war dabei die kluge Positionierung: Statt zu versuchen, alles für alle zu sein, konzentrierte sich Camunda auf das, was sie am besten konnten. Diese Klarheit half nicht nur bei der Produktentwicklung, sondern auch bei der Marktdurchdringung.

Open Source: Sprungbrett mit Grenzen

Open Source spielte eine entscheidende Rolle für Camundas frühen Erfolg. Es ermöglichte dem Unternehmen, schnell eine Community aufzubauen und Vertrauen zu schaffen. Doch Jakob spricht auch offen über die Limits von Open Source und warum Camunda den Fokus geändert hat.

Die Herausforderung bei Open Source liegt oft in der Monetarisierung. Während es hervorragend funktioniert, um Markttraktion zu gewinnen und eine Nutzerbasis aufzubauen, stößt es bei der Skalierung an Grenzen. Der Übergang zu einem hybriden Modell war für Camunda ein wichtiger strategischer Schritt.

Partner-Management als Erfolgsfaktor

Ein oft unterschätzter Aspekt von Camundas Erfolg ist das Partner-Management. Jakob erklärt, was erfolgreiches Partner-Management ausmacht und wie wichtig die richtige Strategie dabei ist. Partner können Wachstum erheblich beschleunigen – wenn man sie richtig managed.

Dabei geht es nicht nur um die Akquise von Partnern, sondern um langfristige, strategische Beziehungen. Die richtigen Partner können Türen öffnen, die sonst verschlossen blieben.

Sales-Organisation und Team-Building

Bei der Sales-Struktur setzt Camunda auf klare Prozesse und die richtige Personalauswahl. Jakob teilt seine Erfahrungen darüber, worauf er achten würde, wenn er heute nochmal den ersten Sales-Hire machen müsste. Die Lektionen: Erfahrung ist wichtig, aber Cultural Fit und die Fähigkeit, in einem schnell wachsenden Umfeld zu arbeiten, sind entscheidend.

Exit-Gedanken? Nicht in Sicht

Trotz des enormen Erfolgs steht ein Verkauf von Camunda momentan nicht zur Debatte. Jakob erklärt seine Sicht auf die Zukunft des Unternehmens und warum er noch lange nicht am Ende der Reise angekommen ist. Das Potenzial für weiteres Wachstum ist da – sowohl organisch als auch durch strategische Expansion.

Konfliktmanagement und schwierige Entscheidungen

Jakob spricht auch über die schwierigen Seiten des Gründerdaseins: Wie lernt man als Gründer, besser mit Konflikten umzugehen? Wann trifft man die Entscheidung, jemanden gehen zu lassen? Diese Themen sind oft tabu, aber essentiell für den Erfolg.

Seine Antworten sind pragmatisch: Konflikte gehören dazu, und die Fähigkeit, sie konstruktiv zu lösen, ist erlernbar. Bei Personalentscheidungen gilt: Wenn der Cultural Fit nicht stimmt oder die Performance dauerhaft nicht passt, ist es für alle Beteiligten besser, sich zu trennen.

Camundas Geschichte zeigt: Erfolg kommt nicht über Nacht, aber mit der richtigen Strategie, dem richtigen Timing und der Bereitschaft, sich anzupassen, lassen sich auch in spezialisierten Märkten beeindruckende Ergebnisse erzielen.

Unicorn Bakery

Deine Marke. 600+ Episoden. Tausende Gründer.

Erreiche die ambitioniertesten Gründer Deutschlands als Podcast-Sponsor.

Sponsor werden
Camunda auf der Erfolgsspur zu 100 Mio. Umsatz: Jakob Freund über Exit-Gedanken, Bootstrapping vs. VC, Open Source & Partner-Management | Unicorn Bakery