13. April 2026
Börsengang statt Series A: Warum Circus per Direct Listing an die Börse ging - Nikolas Bullwinkel, Circus Group
Über diese Episode
Die Circus Group hat einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen: Statt einer klassischen Series A ging das erst zwei Jahre alte Startup am 22. Januar per Direct Listing an die Xetra in Frankfurt an die Börse. Im Gespräch mit Unicorn Bakery erklärt Gründer Nikolas Bullwinkel, der bereits mit Pickery Erfahrungen gesammelt hat, die Hintergründe dieser überraschenden Entscheidung.
40 Millionen Euro ohne Series A
In den letzten 24 Monaten flossen rund 40 Millionen Euro in das Unternehmen – Kapital, das laut Bullwinkel bis 2025 ausreichen wird. Circus beschäftigt aktuell etwa 100 Mitarbeitende und hat bereits die Übernahme von Aitme vollzogen. Das Unternehmen befindet sich eigenen Angaben zufolge in der Pre-Growth-Phase und bereitet sich auf intensives Wachstum vor.
Technologie für effizientere Küchen
Das Kerngeschäft der Circus Group liegt in der Entwicklung technologischer Lösungen und operativer Systeme, um Küchen effizienter zu gestalten. "Das klassische Setup ist weder besonders gut digitalisiert noch optimiert", erklärt Bullwinkel die Ausgangslage. Interessant dabei: Die entwickelten Hardware- und Software-Produkte werden nicht verkauft. Stattdessen nutzt Circus sie intern, um die eigenen operativen Prozesse zu verbessern und weitere kulinarische Konzepte zu entwickeln.
Diese Konzepte können Endkonsumenten dann per App oder Lieferdienst nach Hause bestellen. Circus betreibt dafür eigene Microkitchens, deren genaue Anzahl im Gespräch thematisiert wird.
Warum Direct Listing statt Series A?
Die Entscheidung für ein Direct Listing in so früher Unternehmensphase ist ungewöhnlich. Bullwinkel erläutert die Gründe für diesen Schritt und ob ein Direct Listing eine klassische Finanzierungsrunde ersetzen kann. Dabei spielt auch die Frage eine Rolle, welche Risiken entstehen, wenn Teammitglieder echte Firmenanteile haben und sich theoretisch jederzeit aus dem Unternehmen zurückziehen können.
Mitarbeiterbeteiligungen als strategisches Element
Ein wichtiger Aspekt des Circus-Modells sind die Mitarbeiterbeteiligungen. Das Unternehmen setzt stark auf echte Firmenanteile für das Team, was sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Bullwinkel erklärt, welche Rolle diese Beteiligungen in der Unternehmensstrategie spielen.
Technologischer Product-Market-Fit messen
Wie misst ein technologiegetriebenes Food-Startup seinen Product-Market-Fit? Circus nutzt spezifische KPIs, um den Erfolg ihrer technologischen Lösungen zu bewerten. Entscheidend ist dabei die Frage: Warum kaufen Konsumenten bei Circus? Die Antwort liegt in der Kombination aus effizienten Prozessen und qualitativ hochwertigen kulinarischen Konzepten.
Skalierung trotz Markenvielfalt
Eine besondere Herausforderung für Circus liegt darin, dass für jedes kulinarische Konzept eine neue Marke etabliert werden muss. Bullwinkel diskutiert, ob das Unternehmen trotzdem einen echten Wettbewerbsvorteil hat und wie die Skalierung und Organisation der einzelnen Konzepte innerhalb der Gesamtorganisation funktioniert.
B2B-Potenzial der Technologie
Eine naheliegende Frage ist, ob es Sinn macht, die entwickelte Software als B2B- oder B2B2C-Konzept auszugliedern. Schließlich könnten andere Anbieter von der effizienten Küchentechnologie profitieren. Bullwinkel erklärt die strategischen Überlegungen hinter der aktuellen Fokussierung auf das eigene operative Geschäft.
Der Börsengang der Circus Group zeigt einen alternativen Weg zur klassischen Startup-Finanzierung auf. Ob sich das Direct Listing als erfolgreiche Strategie erweist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen – insbesondere wenn das Unternehmen seine angekündigte Wachstumsphase einläutet.
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