13. April 2026
Als Gründer 0€ an einem Firmenverkauf verdient - doch lieber bootstrapping? – Fabian Schmidt Jakobi, Fanmiles & Boxplot
Über diese Episode
Fabian Schmidt Jakobi hat zwei sehr unterschiedliche Startup-Erfahrungen gemacht: Bei seinem ersten Unternehmen Fanmiles verdiente er trotz erfolgreichem Exit 0€. Seine zweite Firma Boxplot verkaufte er nach nur zwei Jahren sehr profitabel an Hyperscience – diesmal ohne externe Investoren.
Von Consumer zu B2B: Die Fanmiles-Geschichte
Fanmiles startete als Consumer-App und pivotierte später erfolgreich zu einem B2B-Geschäftsmodell. Das Unternehmen konnte sogar prominente Investoren wie Philipp Lahm gewinnen. Trotz dieser scheinbar idealen Voraussetzungen ging das Gründerteam beim Verkauf leer aus – ein Szenario, das für viele Gründer schwer vorstellbar ist, aber in der Startup-Welt häufiger vorkommt als gedacht.
Der Grund liegt oft in der Kapitalstruktur und den Verwässerungseffekten durch mehrere Finanzierungsrunden. Investoren haben in der Regel Liquidationspräferenzen, die bei einem Exit zuerst bedient werden müssen, bevor Gründer und Mitarbeiter etwas erhalten.
Boxplot: Bootstrapping als Alternative
Aus den Erfahrungen mit Fanmiles lernte Schmidt Jakobi für sein nächstes Unternehmen. Boxplot baute er bewusst ohne externe Investoren auf und fokussierte sich von Anfang an auf ein nachhaltiges B2B-Geschäftsmodell. Diese Strategie zahlte sich aus: Der Verkauf an Hyperscience nach nur zwei Jahren war für die Gründer deutlich profitabler.
Die Entwicklung von B2B-Geschäftsmodellen folgt anderen Regeln als Consumer-Produkte. Der Fokus liegt auf lösbaren Unternehmensproblemen, wiederkehrenden Umsätzen und skalierbaren Lösungen. Schmidt Jakobi konnte dabei auf über zehn Jahre Unternehmererfahrung zurückgreifen.
VC oder Bootstrapping: Die entscheidenden Faktoren
Die Wahl zwischen Venture Capital und Bootstrapping hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Für VC spricht:
- –Schnelle Skalierung in großen Märkten
- –Aufbau von Netzwerkeffekten
- –Expertise und Kontakte der Investoren
- –Wettbewerbsvorteile durch Kapital
Für Bootstrapping spricht:
- –Vollständige Kontrolle über das Unternehmen
- –Alle Gewinne bleiben bei den Gründern
- –Fokus auf nachhaltiges Wachstum
- –Keine Verwässerung der Anteile
Strategische Investoren können besonders wertvoll sein, wenn sie neben Kapital auch Marktzugang, Expertise oder wichtige Partnerschaften mitbringen. Der Zeitpunkt ist dabei entscheidend – zu früh kann die Verwässerung zu hoch sein, zu spät fehlt möglicherweise das Kapital für kritisches Wachstum.
Expertenwissen vs. Quereinsteiger
Ein interessanter Aspekt der Diskussion: Kann man wie Elon Musk erfolgreiche Unternehmen in Märkten aufbauen, in denen man ursprünglich kein Experte war? Schmidt Jakobis Erfahrung zeigt, dass dies möglich ist, aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen.
Erfolgreiche Quereinsteiger bringen oft frische Perspektiven mit und hinterfragen etablierte Annahmen. Gleichzeitig ist es wichtig, sich schnell das nötige Fachwissen anzueignen oder Experten ins Team zu holen.
Learnings für Gründer
Aus Schmidt Jakobis Erfahrung lassen sich wichtige Erkenntnisse ableiten:
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Kapitalstruktur verstehen: Bevor Investoren ins Boot geholt werden, sollten Gründer die Auswirkungen auf ihre eigenen Anteile durchrechnen.
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Geschäftsmodell-Fokus: B2B-Modelle bieten oft nachhaltigere Wege zum Wohlstandsaufbau als Consumer-Apps.
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Bootstrapping prüfen: Nicht jedes Startup braucht VC-Geld. Manchmal ist organisches Wachstum der bessere Weg.
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Timing beachten: Der richtige Zeitpunkt für Investoren oder einen Exit kann entscheidend sein.
Die Geschichte von Fanmiles und Boxplot zeigt exemplarisch, dass es verschiedene Wege zum Erfolg gibt – und dass manchmal weniger (Investoren) mehr (für die Gründer) bedeuten kann.
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